circle-yellow-right
10.07.2026

Infos zur Innenarchitektur von DiepoldZahn

Joëlle Timmermans und Hans De Jong von Hoenig Architekten (Winterthur) haben über drei Jahre mit viel Herzblut die Gestaltung der Innenräume von DiepoldZahn mitbegleitet. Viele liebevolle Details und technische Kniffs wurden in unzähligen Gesprächen entwickelt, so dass die Praxis mit einer warmen und einzigartigen Erscheinung einlädt.


Joëlle Timmermanns hat den Prozess reflektiert und berichtet darüber:

Zur Person und Rolle

  • Kannst du dich kurz vorstellen und deine Rolle bei diesem Projekt beschreiben?

Mein Name ist Joëlle Timmermans und ich arbeite seit 5.5 Jahren bei Hönig Architekten AG. Wir sind spezialisiert auf die Innenarchitektur von Arzt- und Zahnarztpraxen.

Bei unseren Projekten betreuen wir jeweils den kompletten Ausbau oder Umbau, von der ersten Machbarkeitsstudie, und dem Entwurf bis zur Inbetriebnahme der Praxis. Ich war in diesem Projekt bereits bei der Ausarbeitung des Entwurfs involviert und habe anschliessend die Ausführungsplanung umgesetzt sowie die Baustelle als Bauleiterin geleitet.

Patientenerlebnis

  • Welche Rolle spielen Farben, Materialien und Licht für die Atmosphäre?
    Gibt es gezielte Gestaltungselemente, die Angst oder Stress vor der Behandlung reduzieren sollen?

Bei der Gestaltung einer Praxis geht es um den Gesamteindruck, welchen die Patienten erleben.

Wenn eine Praxis mit schönen Farben und hochwertigen Materialien gestaltet ist, strahlt die gesamte Praxis eine angenehme, positive Atmosphäre aus. Das Zusammenspiel von Licht, Farben, Raumeinteilung und Materialien soll harmonisch sein. So möchten wir erreichen, dass sich die Patienten sowie auch die Mitarbeiter in der Praxis wohlfühlen und sich sogar auf den Zahnarztbesuch freuen.

Gleichzeitig hat eine Praxis auch einen hohen Hygieneanspruch und es muss mit Materialien gearbeitet werden, welche einfach zu reinigen sind. Ich finde es wichtig, dass auch diese Materialien, trotz ihrer Funktionalität, nach den gestalterischen Ansprüchen ausgesucht werden.

Regionale Einbindung

  • Inwiefern spielt der Standort Diepoldsau oder die Region eine Rolle im Design? Gibt es Elemente, die bewusst einen Bezug zur Umgebung herstellen?

In der Praxis Kampfer wurde die gelbe Farbe eingesetzt, welche die Verbundenheit zum Dorf aufgreift.

Sie steht für das Gelb des Mais im Wappen der Gemeinde. Diese Farbe kommt in der Raumgestaltung sowie in der Raumbeschriftung und auch im Logo zurück. Ebenso greift die Beschriftung im regionalen Dialekt, welche von Punktblank gestaltet wurde, die Verbundenheit zu Diepoldsau und zum Rheintal auf.

 

Besondere Details

  • Welche Designelemente sind typisch für dieses Projekt?

 In der Planung wurde darauf geachtet, dass die Ecken in den Korridore jeweils rund ausgestaltet werden, was der Praxis eine Freundlichkeit gibt und einen fliessenden Durchgang ermöglicht.

Um viel Licht in die Praxis zu bringen, haben wir grosse Glaswände zwischen die Behandlungszimmer und den Korridor eingeplant. Dadurch wirken die Räume grosszügig und luftig.

Die rhythmische Anordnung der Glaswände sowie der Möbel und Wandpanels im Korridor sind ebenfalls ein Thema dieser Praxisgestaltung. Durch die LED Beleuchtung in den Möbeln wirken diese schwebend und die beleuchteten Wände erhöhen die Räume optisch nochmals.

 

  • Gibt es ein Detail oder einen Bereich in der Praxis, auf den du besonders stolz bist?

Besonders gelungen finde ich den Wartebereich für die Patienten. In diesem Raum kommen jeweils viele Bedürfnisse zusammen, welche in einer Planung zusammenfinden müssen. Ich finde dies ist uns im Wartebereich der Praxis Kampfer sehr gut gelungen.

 

Bauleitung und Umsetzung

  • Welche Herausforderungen traten während der Bauphase auf, und wie hast du diese gelöst?

Eine Herausforderung war in diesem Projekt die Bauweise des Gebäudes. Durch die herauslaufende Gebäudestruktur musste eine Flankendämmung eingesetzt werden. Diese Flankendämmung hatte besondere Anforderungen und hat viel Platz unter unserem Boden benötigt. Dadurch mussten wir bereits in der Planung kreative Lösungen für die Platzierung der technischen Installationen finden. Die vielen technischen Installationen des Zahnarztstuhls, der Lüftung, der Klimaanlage und die ganzen elektrischen Installationen sind für den Patienten nicht sichtbar eingebaut.

 

Zusammenarbeit

  • Wie verlief die Zusammenarbeit mit Handwerkern und anderen beteiligten Fachpersonen?

Die Zusammenarbeit mit den Unternehmern und Fachplanern verlief sehr gut. Wir konnten von Anfang an, durch die Unterstützung der beteiligten Personen, eine saubere Planung machen. Dadurch verlief auch der Umbau bis jetzt fast reibungslos und es wurden alle Termine eingehalten.

Ich habe den Umgang mit allen Beteiligten, auch untereinander, sehr positiv erlebt. Da fast alle Unternehmer aus der Region sind, haben sich die Handwerker oftmals bereits gekannt. Dies hat die Zusammenarbeit bestimmt nochmals verbessert.

 

Persönlicher Blick

  • Was macht für dich eine gelungene Zahnarztpraxis aus?

Eine gelungene Innenarchitektur wirkt meiner Meinung nach immer selbstverständlich. Das Gesamtkonzept der Räume ist stimmig und die Farb- und Materialwahl ist harmonisch und lässt keine Zweifel aufkommen. Eine Zahnarztpraxis finde ich besonders gelungen, wenn die Patienten sich gerne in der Praxis aufhalten und sich einfach in der Praxis orientieren können.

Ebenso finde ich eine klare aber subtile Trennung zwischen Personal- und Patientenbereich wichtig. Die Patienten sollen sich nicht in den Personalräumen verirren, aber auch nicht das Gefühl haben, das es einen „Verbotenen Bereich“ gibt.

 

  • Gibt es etwas, das Besucher vielleicht nicht auf den ersten Blick sehen, aber besonders durchdacht ist?

Im Korridor ist der Übergang in die Nebenräume jeweils mit einem Holzrahmen gestaltet. Dieser Rahmen ist ein Gestaltungselement, das den Rhythmus der Zimmer aufgreift und für ein einheitliches Bild sorgt. Auch der Wandschrank im Korridor ist sowohl optisch ins Bild eingefügt, als auch funktional gestaltet. Das Ziel ist es, dass der Wandschrank als Teil der Wandgestaltung wahrgenommen wird und für die Patienten gar nicht sichtbar ist. Dadurch wird der Schrank eben als selbstverständlich wahrgenommen.

 

Abschluss

  • Was nimmst du persönlich aus diesem Projekt mit?

Für mich war es ein sehr spannendes Projekt und ich habe mich sehr über die gute Zusammenarbeit zwischen Planung, Bauherrschaft und Unternehmern gefreut.

Daher nehme ich aus diesem Projekt sicher den guten Eindruck der Arbeitskultur und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten mit. Besonders war es mir eine Freude, das Projekt mit Johannes Kampfer umzusetzen, der eine grosse Begeisterung und viel Elan in das Projekt gebracht hat.

 

Das Team DiepoldZahn bedankt sich von Herzen für die wunderbare Zusammenarbeit mit Hoenig!
https://www.hoenig.ch/